Die Gassen sind die Hotelflure, der Dorfplatz die Lobby

Die Gassen sind die Hotelflure, der Dorfplatz die Lobby

Albergo Diffuso – zu Deutsch «verstreutes Hotel» – heisst das Konzept, das Borgomaro und weitere rund 80 Dörfer in Italien verwandelt hat. Es ist eine schlaue und charmante Art, Tourismus nachhaltig zu machen: Das ganze Dorf gehört dabei zum Hotel.

Vorhandene, aber ungenutzte Gebäude werden wie ein horizontal im ganzen Ort ausgebreitetes Gasthaus genutzt – Gassen und Plätze des Dorfes sind die Hotelflure. So wird die Trennung von Dorfgemeinschaft und Touristen aufgehoben.

Der Initiator Giancarlo Dall’Ara nennt das «Ferien für Touristen, die keine sein wollen». Erstmalig entstand es für Carnia, die bergige Gegend in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens. Es ging darum, nach dem grossen Erdbeben 1976 zerstörte und wiederaufgebaute Häuser für touristische Zwecke zu nutzen. Damit sollte die Abwanderung gestoppt werden, denn die meisten Bewohner waren mittlerweile in umliegende Städte gezogen.

Der heutige Professor Giancarlo Dall’Ara hatte als touristischer Berater und Hotelmanager damals die Idee, das Miteinander von Touristen und Einheimischen im Alltag zu etablieren statt wie üblich zu trennen.

Erlebnistourismus würde man es heute nennen: Das ganze Dorf wird zur Unterkunft, die Gäste werden Teil des Dorf­lebens. Dall’Ara sagte einmal in einem Interview, dass er sich ein Albergo Diffuso vorstelle wie einen Roman, der die Geschichte einer Kultur erzähle. Die Gäste würden vorübergehend in die Geschichte hineingezogen, damit sie die Lebensweise besser verstehen können.

 https://www.tagblatt.ch/leben/reisen-italiens-doerfer-liegen-wegen-der-abwanderung-im-sterben-ein-professor-will-sie-mit-einem-neuen-konzept-retten-ld.2156633

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